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Kreatives Zombie-Töten – Schluss mit IE6
Mittwoch, 11.03.2009
Es ist in aller Munde – Microsofts Internet Explorer 6, kurz IE6, ist einfach nicht totzukriegen. Ein Frontend-Entwickler muss sich heutzutage fühlen, wie in Romeros ‘Night of the Living Dead‘: Er sitzt vertieft in seiner Entwicklungsumgebung (das Farmhaus) und da draussen nähern sich Zombies in Form von ‘e’s mit Schweif, die doch eigentlich längst tot sein müssten, aber eben einfach nicht totzukriegen sind, so oft man auch auf sie schiesst. Microsoft hat dieses Problem zwar erkannt - natürlich viel zu spät - , aber der IE6 wurde bei seiner Geburt im Jahre 2001 aggressiv als Industriestandard definiert/ proklamiert und quasi als das Ende der Entwicklunglinie eines Internet-Browsers dargestellt. Nun wird Microsoft diesen Geist nicht mehr los. Aus diesem Grund gibt es nach acht Jahren immer noch Grossfirmen, die irgendeine Applikation mit diesem Rostkübel laufen lassen wollen. Umso bedenklicher, wenn man die vielen, weiterhin offenen Sicherheitslücken betrachtet.
Endlich beschränkt sich der Unmut nicht mehr auf kleine Interessengemeinschaften wie den “IE Death March“, sondern auch gewichtige Namen setzen klare Signale:
- Apples ‘MobileMe‘-Applikation zeigt den IE6-Benutzern mit einer unmissverständlichen Meldung, dass sie auf einen neueren Browser umsteigen sollen, wenn sie alle Funktionen nutzen wollen.
- Facebook motivierte seine Teilnehmer nach dem Login zum Umstieg auf einen neuen Browser, indem sie das im vergangenen Jahr lancierte, neue Look & Feel temporär abschalteten. Eine Facebook-Gruppe darf natürlich auch nicht fehlen, und sogar eine Applikation gibt es.
- Google sorgte für viel Aufregung, als sie ihren Email-Dienst GMail eine gute Weile für IE6 nicht mehr vollständig zur Verfügung stellten, weil “IE6 wasn’t able to handle the complexity of the new code in a way that met our performance and stability goals“. Erst viel später schalteten sie ein “Upgrade”, das mit einem wieder mal gepatchten IE6 den Dienst dennoch komplett verfügbar macht. Heute weist Google deutlich darauf hin, dass man mit einem alternativen Browser “im Schnitt doppelt so schnell” mit GMail arbeiten kann.
- Vorzeigekind 37signals kündigte an, den Browser in ihrer Produktpalette bald nicht mehr zu unterstützen. Sie fassen die ganze Situation recht gut zusammen: “Supporting IE6 means slower progress, less progress, and, in some places, no progress.“
Kreativen Umgang mit der aktuellen Situation beweisen folgende Mitstreiter:
- “The fair Upgrade”. Ein Fuchs mit übergrossen, tränenden Augen macht auf Niedlichkeit und Kindchen-Schema. Wer will denn schon dem lieben Füchschen seinen innigsten Wunsch verwehren?
- “The Active Bar“. Eine gelbe Informationsanzeige, die zum Upgraden ermutigen soll.
- “Pushing up the Web” will das Web vorwärts bringen. Eine kleine, unaufdringliche Meldung fordert zum Upgrade auf einen aktuellen Browsern auf.
- “How to: Kill IE6 on your WordPress blog“. So richtig radikale IE6-Hasser können ihren Wordpress-Blog (oder natürlich jegliche andere Applikation/ Website) mit einer kleinen IE6-Crash-Bombe ausstatten.
- Auch “kreativ” finde ich Jakob Nielsens Meinung, dass es mit der baldigen Niederkunft von IE Version 8 am sichersten sei, weiterhin auf IE6 zu setzen. Das lasse ich mal so stehen…
Wir bei nothing haben entschieden, dass mit dem Jahr 2009 die letzte Gnadenfrist abläuft. Ab 2010 werden unsere Applikationen nicht mehr mit IE6 getestet oder optimiert, sondern IE6 definitiv aus unserer A-Grade-Browserliste gestrichen (selbst wenn die Browser-Statistik zu diesem Zeitpunkt noch gut 10% IE6 ausweisen dürfte). Natürlich wird die Zugänglichkeit mit diesem Browser weiter aufrechterhalten, aber Upgrade-Unwillige werden sich nicht mehr über Design- oder Funktionalitätsprobleme beschweren dürfen. Zwar heisst das Ende von IE6 nicht das Ende des Browser-Testings, aber wenigstens werden die Probleme standardisierter.


4 Kommentare
Geht Dich nichts an, Dienstag, 28.04.2009 22:45:
Was ist denn mit dem ganzen großspurigen Gefasel über ACCESSIBILITY der Seitengestalter? Jetzt wird frei nach diesem Motto gehandelt: “Was geht mich mein dummes Geschwätz von gestern an”. Ich behalte jedenfalls meinen IE 6. Es gibt genügend andere Seiten die ich aufrufen kann. Und ich lasse mir von NIEMANDEM vorschreiben nicht mehr den IE 6 zu benutzen.
Walemuse, Sonntag, 03.05.2009 23:56:
now I’ll stay tuned..
Nothing Blog : Em, Prozent oder Pixel?, Dienstag, 02.06.2009 10:45:
[...] gleichen Übeltäter: IE6! Lohnt sich der Aufwand wirklich für einen Browser, den wir ohnehin nicht mehr lange unterstützen werden? (Hier findet sich übrigens ein guter Artikel über die Entwicklung eines [...]
FJ, Dienstag, 02.06.2009 18:21:
Langsam aber sicher verschwindet er. http://ajaxian.com/archives/ie8-vs-ie6-rise-of-the-new-machine aber eben nur LANGSAM!